Golf bei Olympia: Ein Volltreffer
Golf hat bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris eindrucksvoll unter Beweis gestellt, warum es einen festen Platz im Olympischen Programm verdient hat. Aus sportlicher Sicht, als auch was die globale Bedeutung des Golfsports im Zeichen der Ringe betrifft
Die Golfturniere der Damen und Herren bei den Olympischen Spiele 2024 in Paris haben nachhaltig bewiesen, welches Potenzial der Golfsport besitzt – sowohl in puncto sportlicher Relevanz als auch in Hinblick auf Reichweite und Sichtbarkeit.
Zahlen, die für sich sprechen
Über 15 Tage war Golf ein zentraler Bestandteil der Olympischen Spiele in Paris. 120 AthletInnen aus 38 Nationalen Olympischen Komitees nahmen davon 8 Tage reine Wettkampfzeit teil – ein deutliches Zeichen für die wachsende globale Bedeutung des Golfsports. Das Männerturnier verzeichnete Teilnehmer aus 33 Nationen, das Damenturnier aus 32 Ländern. Nach jeweils vier Wettkampftagen wurden sechs Medaillen an sechs unterschiedliche Länder vergeben – auch das ein Beleg für die Breite des Leistungsniveaus. Neun Teilnehmende haben in ihrer Jugend bereits an Youth Olympic Games teilgenommen. Dazu zählt auch Emma Spitz.
Ein olympiaweit einmaliger Aspekt: Alle AthletInnen wurden mindestens einmal vor den Spielen einem Anti-Doping-Test unterzogen, was ansonsten keine Sportart bei Olympia 2024 vorweisen kann. Auch in Sachen medizinische Betreuung vor Ort setzte die IGF (International Golf Federation) Maßstäbe: Zwei ÄrztInnen, vier PhysiotherapeutInnen und ein Bewegungstherapeut betreuten insgesamt 690 Fälle.
Globale Reichweite und mediale Wirkung
Die TV- und OTT-Reichweite – die Nutzung von TV- und Videoangeboten über das Internet – erreichte beeindruckende 228 Millionen Menschen, mit 3.934 weltweiten Sende-Stunden (7% mehr TV-Reichweite und 17% Zuwachs im OTT-Bereich). Im Vergleich zu Tokio 2020 gab es einen Anstieg der Sendezeit im linearen TV von 32%. Golf belegte in Bezug auf die mediale Präsenz Rang 4 unter allen Sportarten.
Die Zuschauer waren jünger als im olympischen Schnitt (43,2 Jahre), gut gebildet (73,9% mit höherer Bildung) und wohlhabend (69,8% mit höherem Einkommen), was das Werbe- und Sponsoring-Potenzial des Golfsports weiter unterstreicht.
Die Spiele zeigten zudem, wie sehr GolfspielerInnen von der olympischen Bühne profitieren: Die Social Media Sichtbarkeit der AthletInnen stieg um 91%. Olympische GolferInnen verzeichneten im Schnitt ein tägliches Follower-Wachstum von 23%, mit einem Höhepunkt von +223 % in der „goldenen Phase“ rund um die Medaillenentscheidungen. Gleichzeitig gab es einen 29-fachen Anstieg bei Online-Suchanfragen gegenüber 2023. Auffällig war auch die Wirkung auf weibliche Golferinnen: Während männliche Spieler ein Follower-Wachstum von 3 % verzeichneten, lag dieses bei den Frauen bei 12%. Auch auf den IGF-Plattformen konnten insgesamt über 337.000 neue Follower gewonnen werden. Allein der @OlympicGolf-Kanal generierte 90 Millionen Impressionen und fast 6 Millionen Engagements.
Abschlag in neue Zeiten
Rory McIlroy, einst gewichtiger Olympia-Skeptiker, ist nicht zuletzt durch diese beeindruckenden Zahlen heute überzeugter Botschafter: „Die Olympischen Spiele werden für den Golfsport immer bedeutender – und sind eines der wenigen Turniere, bei denen wir nicht für Geld spielen. Das sagt viel darüber aus, was im Sport wirklich zählt.“
Für Los Angeles 2028 ist bereits ein neues Highlight in Planung: Ein 36-Loch-Mixed-Team-Event, bei dem je ein männlicher und ein weiblicher Spieler pro Nation antreten darf. Die endgültige Entscheidung darüber fällt demnächst: am 9. April 2025 beim IOC Executive Board Meeting.
Ein langfristiges Ziel bleibt auch die Inklusion von AthletInnen mit Behinderung ins Paralympische Programm. Zwar war ein Antrag für Rio 2016, Paris 2024 und LA 2028 nicht erfolgreich, doch für Brisbane 2032 gibt es neue Hoffnung. Die IGF arbeitet intensiv an einem Klassifikationssystem – ein entscheidender Schritt, um Golf als inklusivsten Sport auch auf paralympischer Bühne zu etablieren.
Eine weitere Innovation sind die Olympic Esports Games, die 2027 in Saudi-Arabien ihre Premiere feiern. Die IGF hat hier bereits zwei Vorschläge eingereicht: ein Konsolenspiel (2K PGA Tour) und eine Simulation (TMRW Sport). Der nächste Schritt liegt nun beim IOC.
Rosige Zukunft am Grün
Mit Blick auf die Zukunft und den vorgesehenen Erweiterungen betreffend das Format und in puncto Inklusion ist klar: Golf bei Olympia hat eine strahlende Zukunft vor sich. Der Österreichische Golf-Verband blickt mit Spannung auf Los Angeles 2028 – und freut sich auf olympische Erfolgsgeschichten, made in Austria!
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